Was kosten Sportwetten mit Paysafecard wirklich?

Vor zwei Jahren hat mir ein Leser geschrieben, dass seine 50-Euro-Paysafecard nach sechs Monaten Nichtbenutzung nur noch 32 Euro wert war. Keine Einzahlung getätigt, keine Wette platziert — und trotzdem 18 Euro weniger auf der Karte. Wie das passieren konnte? Bereitstellungsgebühren. Drei Euro pro Monat ab dem siebten Monat nach dem Kauf, sechs Monate lang abgezogen. Hätte er die Karte am Tag des Kaufs beim Wettanbieter eingesetzt, wären die vollen 50 Euro auf seinem Wettkonto gelandet.
Diese Geschichte zeigt, worauf es bei den Kosten von Paysafecard-Sportwetten ankommt: Die Einzahlung selbst ist bei den meisten Anbietern gebührenfrei. Die tatsächlichen Kosten entstehen an Stellen, die man nicht sofort sieht — beim Kauf, bei Inaktivität, bei der Wettsteuer, bei der Auszahlung über Alternativmethoden. In meiner neunjährigen Analyse digitaler Zahlungsmethoden hat sich gezeigt: Wer die Kostenstruktur von Paysafecard kennt, vermeidet unnötige Ausgaben vollständig. Wer sie nicht kennt, zahlt drauf, ohne es zu merken.
Dieser Artikel zerlegt jede Gebührenart einzeln, stellt sie in Relation zu anderen Zahlungsmethoden und gibt konkrete Strategien zur Vermeidung. Weil Geld, das für Gebühren verloren geht, nicht für Wetten zur Verfügung steht — eine Binsenweisheit, die erstaunlich viele Paysafecard-Nutzer erst zu spät verinnerlichen.
Die Paysafe Group erzielte 2025 einen Jahresumsatz von 1,701 Milliarden US-Dollar und verarbeitet ein annualisiertes Transaktionsvolumen von 167 Milliarden US-Dollar. Dieses Volumen finanziert sich über Transaktionsgebühren, die Paysafe von den Händlern und Anbietern erhebt — nicht von den Kartennutzern. Das Geschäftsmodell ist so konstruiert, dass die Einzahlung für den Endkunden kostenlos bleibt. Die eigentlichen Gebühren lauern an anderer Stelle, und genau diese Stellen beleuchte ich hier.
Ladevorgang...
- Gebühren beim Kauf der Paysafecard
- Einzahlungsgebühren bei deutschen Wettanbietern
- Bereitstellungs- und Inaktivitätsgebühren verstehen
- Einzahlungslimits: Gesetzlich, anbieterspezifisch und kartenbezogen
- Gesamtkostenvergleich: Paysafecard vs. andere Zahlungsmethoden
- Vier Strategien zur Gebührenvermeidung
- Was die Gebührenstruktur über das Produkt verrät
- Häufige Fragen zu Gebühren und Limits
Gebühren beim Kauf der Paysafecard
Die Frage klingt trivial: Was kostet eine Paysafecard? Nennwert. Eine 50-Euro-Karte kostet 50 Euro. Keine Aufschläge, keine versteckten Gebühren beim Kauf im stationären Handel. An der Tankstelle, im Kiosk oder im Supermarkt bezahlt man den aufgedruckten Betrag — 10, 15, 20, 25, 30, 50 oder 100 Euro — und erhält einen Kassenbon mit dem 16-stelligen PIN. So weit die Theorie.
In der Praxis gibt es eine Grauzone beim Online-Kauf. Wer Paysafecard-PINs über autorisierte Wiederverkäufer im Internet erwirbt, zahlt gelegentlich einen Aufschlag von ein bis drei Prozent, der als „Servicegebühr“ oder „Bearbeitungsgebühr“ ausgewiesen wird. Diese Gebühren werden nicht von Paysafecard selbst erhoben, sondern vom Wiederverkäufer. Bei einem 100-Euro-PIN bedeutet das ein bis drei Euro Aufschlag — kein Vermögen, aber bei regelmäßigen Käufen summiert es sich.
Paysafecard verfügt über mehr als 650.000 Verkaufsstellen in über 50 Ländern weltweit. In Deutschland ist die Abdeckung besonders dicht — praktisch jede Tankstelle, die meisten Supermärkte und Drogerieketten führen Paysafecard. Der Offline-Kauf zum Nennwert ohne Aufschlag ist in den allermeisten Fällen die günstigere Option. Die einzige Situation, in der der Online-Kauf trotz möglicher Servicegebühr sinnvoll ist: wenn kein Geschäft in der Nähe ist oder wenn man spät abends eine Karte braucht, weil die Tankstelle geschlossen hat.
Ein Detail, das ich nach hunderten eigener Käufe bemerkt habe: Die Stückelung beeinflusst die Gesamtkosten indirekt. Wer vier Mal eine 25-Euro-Karte kauft statt einmal eine 100-Euro-Karte, hat vier PINs zu verwalten, vier potenzielle Restguthaben und viermal das Risiko einer Bereitstellungsgebühr. Die Konsolidierung auf größere Stückelungen spart nicht beim Kauf, aber bei der Verwaltung danach.
Noch ein Punkt zum Online-Kauf: Manche Wiederverkäufer bieten den PIN per E-Mail-Zustellung an. Das ist bequem, aber man sollte den Anbieter auf der offiziellen Paysafecard-Webseite als autorisierten Partner prüfen. Nicht autorisierte Verkäufer können gestohlene oder bereits eingelöste PINs vertreiben — ein Risiko, das den vermeintlichen Bequemlichkeitsvorteil komplett zunichtemacht. Der Nennwertkauf an der Tankstelle um die Ecke bleibt der sicherste und günstigste Weg.
Einzahlungsgebühren bei deutschen Wettanbietern
Hier kommt die gute Nachricht: Die meisten der 29 lizenzierten deutschen Wettanbieter erheben keine Einzahlungsgebühr für Paysafecard-Transaktionen. Null Euro. Der Nennwert der Paysafecard wird vollständig auf das Wettkonto übertragen. Wer eine 50-Euro-Karte einsetzt, hat 50 Euro auf dem Wettkonto.
Warum manche Anbieter trotzdem gelegentlich Gebühren für bestimmte Zahlungsmethoden erheben, hat mit den internen Transaktionskosten zu tun. Der Wettanbieter zahlt an Paysafe eine Provision für jede verarbeitete Einzahlung. Diese Provision liegt typischerweise bei zwei bis vier Prozent des Transaktionsbetrags und wird in den meisten Fällen vom Anbieter getragen, nicht an den Kunden weitergereicht. Bei einem Bruttospielertrag des regulierten deutschen Glücksspielmarktes von 14,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 können sich Anbieter diese interne Kostenübernahme leisten — Paysafecard-Nutzer sind ein relevantes Kundensegment, das man nicht durch Gebühren vergrault.
Meine Empfehlung ist trotzdem, vor jeder Ersteinzahlung die Gebühreninformationen im Kassenbereich zu prüfen. Ich bin in meinen Tests auf vereinzelte Anbieter gestoßen, die bei Paysafecard-Einzahlungen unter einem bestimmten Betrag eine Gebühr erheben — etwa 0,50 Euro bei Einzahlungen unter 10 Euro. Das ist selten, kommt aber vor und steht im Kleingedruckten, nicht auf der Einzahlungsseite.
Im Vergleich zu Kreditkarten und Banküberweisungen, bei denen ebenfalls keine Einzahlungsgebühren üblich sind, steht Paysafecard gut da. Bei E-Wallets wie Skrill können dagegen Währungsumrechnungsgebühren anfallen, wenn das Quellkonto nicht in Euro geführt wird. Für deutsche Nutzer mit Euro-Paysafecard und Euro-Wettkonto ist dieser Punkt irrelevant — aber wer internationale Anbieter nutzt, sollte ihn im Hinterkopf behalten.
Eine Perspektive, die in Gebührendiskussionen selten auftaucht: Die Paysafe Group verzeichnete 2025 einen Jahresumsatz von 1,701 Milliarden US-Dollar. Davon stammt ein relevanter Anteil aus den Transaktionsgebühren, die Paysafe von den Wettanbietern erhebt — nicht von den Endkunden. Dieses Geschäftsmodell erklärt, warum die Einzahlung für den Nutzer gebührenfrei bleibt: Der Anbieter zahlt, nicht der Wetter. Solange dieses Modell profitabel bleibt, ist nicht mit einer Umstellung auf Nutzergebühren zu rechnen.
Bereitstellungs- und Inaktivitätsgebühren verstehen
Das ist der Kostenblock, den die meisten Paysafecard-Nutzer nicht auf dem Radar haben — und der mich in meiner Arbeit am häufigsten beschäftigt. Zwei Gebühren greifen zeitversetzt, und beide können das Guthaben aufzehren, wenn die Karte oder das Konto ungenutzt bleibt.
Die Bereitstellungsgebühr: Ab dem siebten Monat nach dem Kauf eines Paysafecard-PINs wird eine Gebühr von 3 Euro pro Monat vom Restguthaben abgezogen. Diese Gebühr greift unabhängig davon, ob der PIN jemals genutzt wurde. Wer eine 25-Euro-Karte kauft und sechs Monate vergisst, hat ab dem siebten Monat noch 22 Euro, ab dem achten 19 Euro, ab dem neunten 16 Euro — und nach etwas über vierzehn Monaten ist das Guthaben vollständig aufgezehrt. Bei größeren Beträgen dauert die Erosion länger, folgt aber der gleichen Mechanik.
Die Inaktivitätsgebühr für das My-Paysafecard-Konto: Wer ein My-Paysafecard-Konto eröffnet und dreizehn Monate lang keine Transaktion durchführt, zahlt 2 Euro pro Monat. Diese Gebühr ist unabhängig von der Bereitstellungsgebühr auf einzelne PINs — beide können gleichzeitig anfallen. Ein ungenutzter PIN im ungenutzten My-Konto wird also doppelt belastet.
Warum existieren diese Gebühren? Paysafe argumentiert mit den Verwaltungskosten für ruhende Guthaben. Aus Unternehmenssicht ist das nachvollziehbar: Jeder nicht eingelöste PIN bindet Kapital in der Bilanz, das als Verbindlichkeit geführt wird. Die Gebühren incentivieren die zeitnahe Nutzung — und für Sportwetten-Nutzer, die ihre Karten regelmäßig einsetzen, fallen sie nie an. Die Gebühren treffen ausschließlich Nutzer, die Paysafecard als Wertaufbewahrungsmittel behandeln statt als Zahlungsmittel.
Mein konkreter Rat: Paysafecard immer zeitnah nach dem Kauf einsetzen. Nicht horten, nicht „für später“ aufheben. Wer eine Karte kauft, sollte sie innerhalb der ersten sechs Monate vollständig einlösen. Und das My-Paysafecard-Konto mindestens einmal pro Jahr für eine Transaktion nutzen — eine Einzahlung von 5 Euro reicht, um die Inaktivitätsgebühr zu vermeiden.
Ein Szenario aus der Praxis, das die doppelte Belastung illustriert: Jemand kauft im Januar eine 50-Euro-Paysafecard, lädt den PIN ins My-Konto und vergisst beides. Ab August greift die Bereitstellungsgebühr auf den PIN: 3 Euro monatlich. Ab Februar des Folgejahres greift zusätzlich die Inaktivitätsgebühr auf das My-Konto: 2 Euro monatlich. Zusammen werden ab diesem Zeitpunkt 5 Euro pro Monat abgezogen. Nach zwei Jahren Inaktivität wäre das ursprüngliche Guthaben von 50 Euro vollständig aufgebraucht, ohne dass eine einzige Wette platziert wurde. Dieses Extrem ist selten, aber es zeigt die Mechanik unmissverständlich.
Im Branchenvergleich sind Inaktivitätsgebühren bei Prepaid-Produkten keine Besonderheit von Paysafecard. Auch andere Prepaid-Anbieter und sogar manche E-Wallets erheben ähnliche Gebühren. Der Unterschied: Bei einem Bankkonto oder PayPal fallen keine Inaktivitätsgebühren an, was diese Methoden für Nutzer, die unregelmäßig wetten, kostentechnisch attraktiver macht.
Einzahlungslimits: Gesetzlich, anbieterspezifisch und kartenbezogen
Ein Kollege aus der Branche hat einmal gesagt: „Die Limits bei Paysafecard-Sportwetten sind wie russische Puppen — hinter jedem Limit steckt ein weiteres.“ Besser kann ich es nicht zusammenfassen.
Das gesetzliche Limit steht an der Spitze: 1.000 Euro pro Monat, anbieterübergreifend, überwacht durch das LUGAS-System. Dieses Limit gilt für alle Einzahlungen bei allen lizenzierten Glücksspielanbietern zusammen — Sportwetten, Online-Slots, Poker. Es macht keinen Unterschied, ob per Paysafecard, Kreditkarte oder Banküberweisung eingezahlt wird. Das Limit ist eine Spielerschutzmaßnahme des Glücksspielstaatsvertrags 2021 und nicht verhandelbar.
GGL-Vorstand Ronald Benter formulierte 2026 die regulatorische Haltung eindeutig: Die wissenschaftlich berechnete Kanalisierungsquote bestätige die bisherigen Annahmen zum Umfang des Schwarzmarktes, und die Ergebnisse stützten den Ansatz der faktenbasierten Regulierung. Das 1.000-Euro-Limit ist Teil dieses Ansatzes. Die Kanalisierungsquote — der Anteil legaler Angebote am Gesamtmarkt — liegt bei 77 Prozent, was bedeutet, dass der regulatorische Rahmen weitgehend funktioniert.
Das kartenbezogene Limit ist die zweite Ebene: Paysafecard setzt eigene Obergrenzen pro Transaktion und pro Zeitraum, die sich nach dem Kontostatus richten. Ein unverifiziertes Konto hat niedrigere Transaktionslimits als ein vollständig verifiziertes My-Paysafecard-Konto. Der einzelne PIN ist auf seinen Nennwert begrenzt — eine 100-Euro-Karte erlaubt maximal 100 Euro, logischerweise. Wer mehrere PINs im My-Konto zusammengeführt hat, kann das aggregierte Guthaben nutzen, unterliegt aber weiterhin den transaktionsbezogenen Obergrenzen des Kontos.
Das anbieterspezifische Limit ist die dritte Ebene: Manche Buchmacher setzen eigene Maximalbeträge für Paysafecard-Transaktionen, die unter dem gesetzlichen und dem kartenbezogenen Limit liegen. Diese Limits stehen in den AGB oder im Kassenbereich. Ein Anbieter begrenzt die Paysafecard-Einzeltransaktion auf 100 Euro, ein anderer erlaubt 500 Euro. Für die Details verweise ich auf die Analyse der Auszahlungswege, in der die Limit-Thematik aus der anderen Perspektive beleuchtet wird.
In der Praxis hat die 5,3 Prozent Wettsteuer auf Sportwetten-Einsätze einen indirekten Limit-Effekt: Von 100 Euro Einzahlung stehen effektiv nicht 100 Euro für Wetten zur Verfügung, sondern je nach Wettverhalten weniger, weil bei jeder Wette 5,3 Prozent des Einsatzes als Steuer anfallen. Das gesetzliche Limit und die Wettsteuer zusammen begrenzen den effektiv verfügbaren Wettbetrag stärker, als der Nennwert der Einzahlung suggeriert.
Ein Rechenbeispiel, das die kombinierte Wirkung zeigt: Jemand zahlt den vollen Monatsbetrag von 1.000 Euro ein und platziert damit Wetten. Bei einem durchschnittlichen Einsatz von 50 Euro pro Wette und 5,3 Prozent Wettsteuer werden pro Wette 2,65 Euro Steuer fällig. Nach zwanzig Wetten sind das 53 Euro, die als Steuer abgeflossen sind — unabhängig davon, ob die Wetten gewonnen oder verloren wurden. Das Limit ist also 1.000 Euro brutto, aber die verfügbare Wettkapazität liegt netto darunter. Für Paysafecard-Nutzer, die häufig kleine Beträge setzen, summiert sich dieser Effekt deutlich stärker als für jemanden, der wenige große Einzelwetten platziert.
Gesamtkostenvergleich: Paysafecard vs. andere Zahlungsmethoden
Kein Vergleich ist fair, wenn er nur eine Seite der Rechnung zeigt. Die Paysafecard hat keine Einzahlungsgebühren — aber wie steht sie im Gesamtkostenvergleich mit Banküberweisung, Kreditkarte, PayPal und Skrill?
Banküberweisung: Kauf des Zahlungsmittels — entfällt, weil das Bankkonto bereits besteht. Einzahlungsgebühr beim Wettanbieter: null. Auszahlungsgebühr: null. Inaktivitätsgebühren: keine. Gesamtkosten für den reinen Zahlungsverkehr: null Euro. Der einzige Kostenfaktor: Opportunitätskosten durch lange Bearbeitungszeiten bei der Einzahlung, die bis zu drei Werktage dauern kann.
Kreditkarte: Kaufkosten — entfallen bei bestehender Karte, Jahresgebühr der Karte selbst variiert. Einzahlungsgebühr: null bei den meisten Anbietern. Auszahlungsgebühr: null. Inaktivitätsgebühren: keine über die Kartengebühr hinaus. Gesamtkosten: abhängig von der Kartengebühr, bei einer gebührenfreien Kreditkarte null Euro für den Sportwetten-Zahlungsverkehr.
PayPal: Kontoeröffnung kostenlos. Einzahlungsgebühr: null. Auszahlungsgebühr: null. Inaktivitätsgebühren: keine. Gesamtkosten: null Euro für den reinen Zahlungsverkehr, sofern keine Währungsumrechnung nötig ist.
Skrill: Kontoeröffnung kostenlos. Einzahlungsgebühr: variiert, teils Gebühren beim Aufladen des Skrill-Kontos. Auszahlungsgebühr: null vom Wettanbieter, aber Skrill erhebt gegebenenfalls Gebühren für die Weiterüberweisung auf das Bankkonto. Inaktivitätsgebühren: ja, nach zwölf Monaten Inaktivität. Gesamtkosten: gering, aber nicht null.
Paysafecard: Kaufkosten zum Nennwert, null Aufschlag im stationären Handel. Einzahlungsgebühr: null. Auszahlungsgebühr: entfällt, da keine Auszahlung auf Paysafecard möglich. Inaktivitätsgebühren: ja, Bereitstellungsgebühr 3 Euro monatlich ab dem siebten Monat, Inaktivitätsgebühr 2 Euro monatlich ab dem dreizehnten Monat im My-Konto. Gesamtkosten: null bei zeitnaher Nutzung, potenziell erheblich bei Inaktivität.
Das Fazit des Vergleichs: Paysafecard ist bei aktiver Nutzung kostengleich mit Banküberweisung und Kreditkarte — null Euro. Bei Inaktivität wird sie zur teuersten Option im Vergleich. Die Kosten sind also nicht inhärent hoch, sondern verhaltensabhängig. Wer Paysafecard als das nutzt, wofür sie gedacht ist — zeitnahe Einzahlung des gekauften Guthabens —, zahlt nichts drauf. Wer sie als Sparkonto behandelt, zahlt erheblich drauf. Paysafe verarbeitet 260 Zahlungsarten in 48 Währungen, und die Paysafecard ist als schnelles Prepaid-Einzahlungsinstrument positioniert — nicht als Geldaufbewahrungslösung.
Ein Aspekt, der im reinen Gebührenvergleich untergeht: der implizite Kostenvorteil der Budgetkontrolle. Wer per Banküberweisung oder Kreditkarte einzahlt, hat theoretisch unbegrenzten Zugang zu seinem Bankkonto — die Versuchung, mehr einzuzahlen als geplant, ist einen Klick entfernt. Paysafecard begrenzt den verfügbaren Betrag physisch auf das gekaufte Guthaben. Dieser eingebaute Schutzmechanismus hat keinen Preis auf der Gebührenrechnung, aber einen realen Wert für die Ausgabenkontrolle. In einem Markt, in dem der Anteil junger Deutscher unter 35 Jahren, die an Glücksspielen teilnahmen, von 46 Prozent in 2023 auf 67 Prozent Ende 2024 gestiegen ist, wird dieser Kontrollmechanismus zunehmend wichtiger.
Vier Strategien zur Gebührenvermeidung
Nach neun Jahren in der Analyse digitaler Zahlungsmethoden habe ich vier Strategien destilliert, die Paysafecard-Gebühren vollständig eliminieren. Keine davon ist kompliziert, aber alle erfordern ein Minimum an Vorausplanung.
Strategie eins: Nur kaufen, was man zeitnah einsetzen will. Klingt offensichtlich, wird aber regelmäßig missachtet. Wer am Freitag eine 50-Euro-Paysafecard kauft, sollte sie am Freitag einlösen — nicht in sechs Monaten. Die Bereitstellungsgebühr greift ab dem siebten Monat, und wer das Guthaben bis dahin eingesetzt hat, zahlt null Euro.
Strategie zwei: Restguthaben im My-Paysafecard-Konto zusammenführen. Wer nach einer Einzahlung 7,50 Euro Restguthaben auf einem PIN hat, kann diesen im My-Konto mit anderen PINs zusammenführen und den Gesamtbetrag bei der nächsten Einzahlung nutzen. Das verhindert, dass kleine Restbeträge auf vergessenen PINs liegen und von der Bereitstellungsgebühr aufgefressen werden.
Strategie drei: Das My-Paysafecard-Konto aktiv halten. Eine Transaktion pro Jahr reicht. Wer ohnehin regelmäßig Sportwetten platziert, erfüllt diese Bedingung automatisch. Wer saisonbedingt pausiert — etwa im Sommer zwischen den Fußball-Saisons —, sollte im elften Monat eine Minimaltransaktion durchführen, um den Inaktivitätszähler zurückzusetzen. Das System ist simpel: Die letzte Transaktion definiert den Nullpunkt, ab dem die dreizehn Monate gezählt werden. Wer im November zuletzt per Paysafecard eingezahlt hat, sollte spätestens im Oktober des Folgejahres eine Minimaltransaktion vornehmen.
Strategie vier: Die passende Stückelung wählen. Wer 30 Euro einzahlen will, kauft eine 30-Euro-Karte — keine 50-Euro-Karte mit 20 Euro Restguthaben. Diese Strategie klingt nach Kleinkram, aber bei regelmäßigen Käufen über ein Jahr summieren sich die vermiedenen Restbeträge und damit die vermiedenen Bereitstellungsgebühren auf zweistellige Euro-Beträge.
Die Kombination aller vier Strategien führt zu Gesamtkosten von exakt null Euro für den Paysafecard-Zahlungsverkehr bei Sportwetten. Das ist das Ziel, und es ist realistisch erreichbar.
Was die Gebührenstruktur über das Produkt verrät
Ich beende Gebührenanalysen ungern mit einer reinen Kostenaufstellung, weil die Zahlen allein die Geschichte nicht erzählen. Die Gebührenstruktur von Paysafecard offenbart etwas über die Positionierung des Produkts, das für die Kaufentscheidung relevant ist.
Paysafecard ist als Transaktionsinstrument konzipiert, nicht als Wertspeicher. Die Null-Gebühren-Einzahlung signalisiert: Nutz mich sofort. Die Bereitstellungsgebühr ab dem siebten Monat signalisiert: Halte mich nicht. Die Inaktivitätsgebühr im My-Konto signalisiert: Bleib aktiv oder verlasse das Ökosystem. Wer diese Signale liest und entsprechend handelt — zeitnah kaufen, zeitnah einzahlen, Restguthaben konsolidieren —, operiert im Sweet Spot des Produkts und zahlt null Euro Gebühren.
Der E-Commerce-Bereich von Paysafe, der auch iGaming umfasst, wuchs 2025 im Transaktionsvolumen um über 30 Prozent. Das zeigt, dass das Modell funktioniert: Die Kombination aus gebührenfreier Einzahlung für den Nutzer und Provisionsmodell für den Anbieter skaliert. Für Sportwetten-Nutzer bedeutet das Stabilität — die Gebührenstruktur wird sich in absehbarer Zukunft nicht verschlechtern, weil das Geschäftsmodell profitabel ist, ohne den Endkunden zu belasten.
Steuern und Abgaben auf Glücksspiel beliefen sich in Deutschland 2024 auf rund 7 Milliarden Euro. In diesem fiskalischen Umfeld sind die Paysafecard-Gebühren ein Nebenposten. Die echten Kosten für Sportwetten-Nutzer entstehen durch die Wettsteuer, nicht durch die Zahlungsmethode. Wer die Gebührenstruktur der Paysafecard optimiert hat — und das ist mit den vier beschriebenen Strategien machbar —, kann sich auf die relevantere Kostenfrage konzentrieren: wie die 5,3 Prozent Wettsteuer das eigene Wettverhalten beeinflusst und wie man den Nettowert seiner Einzahlungen maximiert.
Häufige Fragen zu Gebühren und Limits
Ab wann fallen Inaktivitätsgebühren bei Paysafecard an?
Die Bereitstellungsgebühr von 3 Euro pro Monat greift ab dem siebten Monat nach dem Kauf eines PINs. Die Inaktivitätsgebühr von 2 Euro pro Monat für das My-Paysafecard-Konto wird ab dem dreizehnten Monat ohne Transaktion erhoben. Beide Gebühren können gleichzeitig anfallen, wenn sowohl der PIN als auch das Konto inaktiv sind.
Berechnen Wettanbieter eigene Gebühren für Paysafecard-Einzahlungen?
Die meisten der 29 lizenzierten deutschen Wettanbieter erheben keine Einzahlungsgebühr für Paysafecard. Vereinzelt kommen Minimalgebühren bei sehr kleinen Einzahlungsbeträgen vor. Der zuverlässigste Weg ist die Prüfung der Gebühreninformationen im Kassenbereich des jeweiligen Anbieters vor der Einzahlung.
Wie wirkt sich das 1.000-Euro-Limit auf Paysafecard-Nutzer aus?
Das gesetzliche Limit von 1.000 Euro pro Monat gilt anbieterübergreifend für alle Zahlungsmethoden zusammen. Paysafecard-Nutzer sind davon genauso betroffen wie Kreditkarten- oder Banküberweisungsnutzer. Das Limit wird über das LUGAS-System in Echtzeit überwacht und gilt kumuliert über alle lizenzierten Glücksspielanbieter hinweg.
Erstellt von der Redaktion von „Paysafecard Wetten“.
