77 % Kanalisierung: Was die GGL-Quote für Paysafecard-Wetten bedeutet

Kanalisierungsquote im deutschen Glücksspielmarkt und Paysafecard

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Inhaltsverzeichnis
  1. 77 % Kanalisierung: Was die GGL-Quote für Paysafecard-Wetten bedeutet
  2. Wie die Kanalisierungsquote berechnet wird
  3. GGL vs. H2 Gambling Capital: Zwei Perspektiven auf den legalen Markt
  4. Welche Rolle Prepaid-Zahlungen bei der Kanalisierung spielen

77 % Kanalisierung: Was die GGL-Quote für Paysafecard-Wetten bedeutet

77,03 Prozent – diese Zahl hat die Branche 2026 elektrisiert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder veröffentlichte ihre wissenschaftlich berechnete Kanalisierungsquote, und plötzlich hatte die Debatte über den deutschen Schwarzmarkt ein offizielles Maß. Für Paysafecard-Nutzer ist die Quote mehr als eine abstrakte Statistik: Sie zeigt, wie groß der regulierte Markt ist, in dem ihre Einzahlungen geschützt sind – und wie groß der Teil, in dem sie es nicht sind.

Ich beobachte die Kanalisierungsdebatte seit Jahren, und die Diskrepanz zwischen verschiedenen Schätzungen fasziniert mich als Analyst. In diesem Artikel erkläre ich, was die Quote misst, warum die Zahlen so weit auseinanderliegen und was das für jeden bedeutet, der per Paysafecard bei Sportwetten einzahlt.

Wie die Kanalisierungsquote berechnet wird

Die GGL-Quote von 77,03 Prozent basiert auf einer Studie, die vom Blockchain Research Lab durchgeführt wurde. Die Methodik nutzt eine Kombination aus Steuerdaten lizenzierter Anbieter, Webtraffic-Analysen und ökonomischen Modellen, um das Gesamtvolumen des Marktes zu schätzen und den Anteil des legalen Marktes zu berechnen.

Ronald Benter, Vorstand der GGL, kommentierte die Ergebnisse klar: Die wissenschaftlich berechnete Kanalisierungsquote bestätige die bisherigen Annahmen zum Umfang des Schwarzmarktes. Die Ergebnisse stützten den Ansatz der faktenbasierten Regulierung im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Für die GGL ist die Quote ein Erfolgsnachweis: Mehr als drei Viertel des Marktes befinden sich unter regulatorischer Aufsicht.

Was die Quote nicht sagt: wie sich die 77 Prozent auf einzelne Zahlungsmethoden verteilen. Ob Paysafecard-Nutzer häufiger im legalen oder illegalen Markt unterwegs sind, lässt sich aus der Gesamtquote nicht ableiten. Meine Einschätzung aus der Branchenbeobachtung: Da lizenzierte Anbieter ein verifiziertes My Paysafecard-Konto verlangen, ist die Hürde für den Eintritt in den legalen Markt bei Paysafecard höher als bei anonymen Zahlungsmethoden. Das spricht dafür, dass Paysafecard-Nutzer überproportional im regulierten Bereich aktiv sind.

GGL vs. H2 Gambling Capital: Zwei Perspektiven auf den legalen Markt

Hier wird es spannend – und kontrovers. H2 Gambling Capital, ein international anerkanntes Marktforschungsunternehmen, schätzt, dass 2024 nur 40 Prozent der deutschen Glücksspielumsätze aus dem legalen Markt stammten. Für 2025 lag die Prognose sogar bei 36 Prozent. Das ist praktisch die Umkehrung der GGL-Quote.

Die Differenz von fast 40 Prozentpunkten erklärt sich durch unterschiedliche Methodik und Marktdefinition. Die GGL betrachtet den Bereich Internet-Glücksspiele, H2GC den gesamten Glücksspielmarkt inklusive Lotterien, Spielhallen und terrestrischer Angebote. Außerdem unterscheiden sich die Ansätze bei der Schätzung des Schwarzmarktvolumens: Die GGL nutzt wissenschaftliche Modelle, H2GC stützt sich auf eigene Marktdatenbanken und Branchenexpertise.

Ronald Benter räumte ein, dass die Maßnahmen der GGL sich mittelfristig in den Marktanteilen widerspiegeln würden, betonte aber, dass der Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel ein Marathon sei, kein Sprint. Das ist eine ehrliche Einschätzung: Selbst nach der optimistischeren GGL-Berechnung bleibt fast ein Viertel des Marktes unreguliert.

Für Paysafecard-Nutzer ist die praktische Konsequenz identisch, egal welcher Schätzung man folgt: Im regulierten Markt sind Einzahlungen geschützt, im unregulierten nicht. Die Höhe der Kanalisierungsquote ändert nichts an dieser binären Realität. Wer bei einem GGL-lizenzierten Anbieter einzahlt, ist sicher. Wer es nicht tut, trägt das volle Risiko – unabhängig davon, ob der Schwarzmarkt 23 oder 60 Prozent des Marktes ausmacht.

Welche Rolle Prepaid-Zahlungen bei der Kanalisierung spielen

Paysafecard ist mit über 650.000 Verkaufsstellen in mehr als 50 Ländern eines der zugänglichsten Zahlungsmittel überhaupt. Genau diese Zugänglichkeit macht sie für die Kanalisierung relevant: Je einfacher die Einzahlung bei einem legalen Anbieter, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Spieler im regulierten Markt bleiben.

Die Verifizierungspflicht beim My Paysafecard-Konto – KYC, Personalausweis, Adressnachweis – ist gleichzeitig Hürde und Schutz. Sie filtert Spieler, die den Aufwand scheuen, in den Schwarzmarkt ab, wo keine Verifizierung nötig ist. Aber sie schützt diejenigen, die den Prozess durchlaufen, durch Einzahlungslimits, OASIS-Anbindung und Transaktionsüberwachung.

Meine Einschätzung nach Jahren der Beobachtung: Prepaid-Zahlungen wie Paysafecard tragen zur Kanalisierung bei, weil sie ein Nutzerbedürfnis bedienen, das im legalen Markt sonst nicht abgedeckt wäre – den Barkauf ohne Bankanbindung. Ohne Paysafecard würden Spieler, die keine Banküberweisung oder kein E-Wallet nutzen wollen, schneller zum Schwarzmarkt abwandern, wo keine Verifizierung und keine Bankdaten nötig sind.

Die Kanalisierungsquote wird sich in den kommenden Jahren verändern – durch die GlüStV-Evaluierung, durch Netzsperren und durch Marktentwicklungen. Paysafecard wird in diesem Prozess eine Rolle spielen: als Brücke zwischen der Barwelt und dem digitalen regulierten Markt. Ob die Quote steigt oder fällt, hängt nicht von der Zahlungsmethode ab, sondern von der Regulierung selbst. Aber die Zahlungsmethode bestimmt, welchen Zugang Spieler zum legalen Markt haben – und Paysafecard ist einer der breitesten Zugänge, die es gibt.

Was bedeutet die 77 % Kanalisierungsquote für Paysafecard-Nutzer?

Die Quote zeigt, dass 77 Prozent der Internet-Glücksspielaktivitäten im regulierten Markt stattfinden. Für Paysafecard-Nutzer bedeutet das: Wer bei GGL-lizenzierten Anbietern einzahlt, gehört zur geschützten Mehrheit. Die restlichen 23 Prozent bewegen sich im Schwarzmarkt ohne Spielerschutz, Einzahlungslimits oder Auszahlungsgarantie.

Warum gehen die Schätzungen von GGL und H2GC so weit auseinander?

Die GGL berechnet eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent für Internet-Glücksspiele, H2 Gambling Capital schätzt nur 40 Prozent legalen Marktanteil am Gesamtglücksspielmarkt. Die Differenz erklärt sich durch unterschiedliche Methodik, Marktdefinitionen und Datenquellen. Die GGL nutzt wissenschaftliche Modelle, H2GC eigene Branchendatenbanken. Die praktische Konsequenz für Spieler bleibt identisch: Nur im lizenzierten Markt sind Einzahlungen geschützt.

Erstellt von der Redaktion von „Paysafecard Wetten“.